Matratzenarten, die wir nicht empfehlen

Matratzenarten, die wir nicht empfehlen

Wasserbetten:
Die werblichen Aussagen im Handel sind: "Wasser ist nicht komprimierbar und passt sich vollkommen der Belastungs-Verteilung an. Es gewährleistet eine druckfreie Lagerung von Wirbelsäule, Schulter- und Hüftknochen."
Für ein Wasserbett mit der Breite 180-200cm braucht man je nach Bauart 500-800 Liter Wasser (somit 500-800kg Gewicht!). Das Wasserbett wird durch eine thermostatgesteuerte Heizung kontinuierlich temperiert.
Manchen Menschen bereitet der Wellengang eines Wasserbettes Schwierigkeiten. Es gibt daher im Handel auch "wellenberuhigte" Wasserbetten mit weniger Wasser und mehr Schaumstoff im Kern. Wasserbetten müssen fachmännisch aufgebaut (Statik, Gewicht, Auslauf-Sicherheit!) und regelmäßig gewartet (Wasseraufbereitung, Heizung) werden.

Ein Mensch schwitzt pro Nacht durchschnittlich 0,5 bis 1,0 Liter Flüssigkeit über die Haut aus. Selbst, wenn die Wasserbett-Vinylfolie (reines Plastik) mit dickeren Bezügen versehen ist, stellt sich die Frage, wohin der Nachtschweiß fließt.
Hier argumentiert der Wasserbetten-Handel mit einer Unterbetten-Ergänzung! Haben Sie schon einmal im Sommer gesehen, wieviel Feuchtigkeit nach einer Nacht in einem Wasserbett sich unterhalb eines solchen Unterbettes ansammelt? Aus diesem Grund lehnen die meisten Dermatologen Wasserbetten ab: Der Nachtschweiß muss durch die Matratze hindurch an die Luft abgegeben werden, da sich ansonsten an der Matratzen-Oberfläche ein sog. "Rückstau" ergibt, der die Hautfunktionen beeinträchtigen kann. Allein die Vorstellung, nachts "im eigenen Saft" zu liegen, nimmt unserer Meinung nach dem Wasserbett die Ästhetik.

Doch das Hauptargument gegen ein Wasserbett lässt sich aus orthopädischer Sicht nennen: Einem Wasserbett fehlt die "orthopädische Stützung", die nur durch einen Gegendruck von unten, also durch einen entsprechenden Lattenrost und hochelastisches Material in der Matratze erfolgen kann! In einem Wasserbett findet lediglich eine Verdrängung des Wassers ohne elastischen Gegendruck statt.
Laut unserer Erfahrung lassen sich mit Wasserbetten weder Schulter-, Nacken- oder Rücken-Beschwerden nachhaltig lindern. Personen, die z.B. an der Bandscheibe operiert wurden, sollten nicht auf einem Wasserbett aufgrund mangelnder ausreichender Stützung im Lendenwirbel-Bereich schlafen.

Auch sollte man als Inhaber eines Wasserbettes eine spezielle Hausrats-Versicherung abschließen, denn das Auslaufen von 500-800 Liter kann beträchtliche Wasserschäden hervorrufen!

Zitat aus Öko-Test-Kompakt "Rücken" in der Ausgabe 08/2006: "Die in der Werbung vielfach gepriesenen Wasserbetten sind aus orthopädischer und schlafmedizinischer Sicht nicht zu empfehlen." Dieses Fazit hat eine Expertenrunde aus Orthopäden, Schlafmedizinern, Bettentechnikern und Physiotherapeuten auf einer Tagung des Seminars "Wirbelsäule - Rückenschule - Schmerztherapie" gezogen. Problematisch sind demnach u.a. die zu hohe Einsinktiefe und nicht kontrollierbare Druckverhältnisse beim Liegen, die einen guten Schlaf im Wasserbett beeinträchtigen.


Futon-Matratzen:
Futons kommen aus Fernost, genauer aus Japan. Ein Futon ist im Original eine aus mehreren Schichten reiner Baumwolle zusammenlegbare Matratze und ist im Original eine sehr harte Angelegenheit. Im Zen-Buddhismus soll man ja bekanntlich so hart als möglich schlafen, damit man auch wirklich nur dann schläft, wenn man "hundemüde" ist.

Die Futons hierzulande haben mit den japanischen Erzeugnissen nur noch wenig gemein. Sie wurden den hiesigen Schlafbedürfnissen sehr angepasst. Europäische Futons bestehen heute aus verschiedenen Kombinationen von Füllstoffen, wie Schafschurwolle, Latex, Roßhaar, Kapok und Kokosfasern. Man liegt insgesamt aber immer noch eher hart bis fest.

Aufgrund der sehr schlechten orthopädischen Eigenschaften, die hauptsächlich durch die fehlende Einsinktiefe der dünnen Futonmatratzen hervorgerufen wird und die Tatsache, dass sich Futonmatratzen durch das Verklumpen des Füllmaterials auch bei regelmäßigem Aufrollen immer mehr verhärten, sind Futonmatratzen unserer Ansicht nach höchstens für junge, sehr athletische Personen ohne jegliche Rückenprobleme geeignet.

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